USA genehmigen Nvidia H200-Verkäufe nach China, doch Peking stoppt die Käufe
Kurzfassung
Der Trump-Xi-Gipfel öffnete H200-Exportlizenzen für Alibaba, Tencent, ByteDance und 7 weitere, doch Peking riet vom Kauf ab, und kein einziger Chip wurde geliefert.
Am 14. Mai erteilte das U.S. Commerce Department Exportlizenzen für rund zehn chinesische Unternehmen zum Kauf von Nvidias H200-KI-Chips. Auf der Liste stehen Alibaba, Tencent, ByteDance und JD.com als Direktkäufer sowie Lenovo und Foxconn als autorisierte Distributoren. Jedes genehmigte Unternehmen darf bis zu 75.000 Einheiten erwerben. Für Nvidia war es die erste echte Öffnung im chinesischen High-End-KI-Chipmarkt seit Jahren.
Bislang wurde kein einziger Chip geliefert.
Der Gipfel, der die Lizenzen ermöglichte
Die Genehmigungen fielen zeitlich mit Präsident Trumps Staatsbesuch in Peking zusammen, dem ersten eines amtierenden U.S.-Präsidenten seit Trumps eigenem Besuch 2017. Nvidia-CEO Jensen Huang schloss sich der Delegation in letzter Minute an, gemeinsam mit Elon Musk (Tesla, SpaceX), Tim Cook (Apple), Larry Fink (BlackRock), David Solomon (Goldman Sachs) sowie Führungskräften von Meta, Mastercard und Visa.
Huangs Anwesenheit in Peking hatte ein klares Ziel: Papierlizenzen in echte Kaufaufträge umzuwandeln. Nvidias Marktanteil in China war nach verschärften Exportkontrollen in den vergangenen zwei Jahren von rund 95% auf nahezu null eingebrochen. Die H200-Genehmigungen sollten der Wendepunkt sein.
Lizenzen erteilt, Bestellungen eingefroren
Die Lizenzbedingungen sind anspruchsvoll. Chinesische Käufer müssen schriftlich versichern, dass die Chips nicht für militärische oder Überwachungszwecke verwendet werden. Nvidia muss vor jeder Lieferung ausreichende U.S.-Inlandsversorgung nachweisen. Berichten zufolge enthält die Vereinbarung auch eine Klausel, die den USA 25% der Chip-Verkaufserlöse einräumt, was Peking als Sicherheitsrisiko in der Lieferkette betrachtet.
Das direktere Hindernis kam aus Peking selbst. Laut Reuters-Quellen forderten chinesische Behörden große Tech-Plattformen auf, ihre Nvidia-Bestellungen zu verlangsamen oder auf inländische Chiphersteller, vor allem Huawei, umzuleiten. Ziel ist es, die Abhängigkeit von der U.S.-KI-Infrastruktur zu verringern. Ein U.S.-Beamter formulierte es direkt: „Sie dürfen die Chips noch nicht kaufen.”
Nvidias leistungsstärkste Blackwell-Chips, darunter B100 und B200, bleiben vollständig verboten. Der H200 war bereits ein Kompromiss — und selbst diese Tür bleibt von chinesischer Seite verschlossen.
Bessent über KI-Leitplanken
Finanzminister Scott Bessent erklärte CNBC während des Gipfels, dass US-amerikanische und chinesische Delegationen einen Rahmen für KI-Leitplanken diskutieren, der verhindern soll, dass nicht-staatliche Akteure Zugang zu den leistungsfähigsten KI-Modellen erhalten. Er bezeichnete die Aufrechterhaltung der US-Führungsposition in der KI als von „höchster Bedeutung” und fügte hinzu: „Wir wollen Innovation nicht abwürgen.”
Der Rahmen befindet sich noch auf der Ebene von Grundsätzen, ohne konkrete technische Standards oder Durchsetzungsmechanismen. Die Chip-Pattsituation zeigt genau, warum: Beide Seiten verhandeln über Zusammenarbeit und schützen gleichzeitig ihre eigenen strategischen Positionen.
Was die Pattsituation offenbart
Nvidia steckt mittendrin. Die Lizenzen existieren, das Fenster scheint geöffnet, aber tatsächliche Bestellungen erfordern Pekings Nicken. Peking nutzt H200-Käufe als Hebel, um inländische Chip-Zusagen zu erhalten, während beide Seiten darauf warten, dass die andere nachgibt.
Das Marktlücke, die Nvidia hinterlassen hat, wird gefüllt. Huaweis Ascend 910B skaliert in diesen Raum. Jede Woche ohne H200-Lieferungen macht eine Erholung schwieriger.
Der Gipfel hat Optimismus über ein US-chinesisches Tech-Auftauen geweckt. Die Chip-Realität ist hartnäckiger: Exportlizenzen bewegen sich nicht allein aufgrund der Gipfelatmosphäre.
Gemäß dem exklusiven Reuters-Bericht bestätigt durch BNN Bloomberg, und CNBCs Berichterstattung über Bessents Aussagen beim Gipfel.
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