Anthropic prognostiziert 10,9 Mrd. $ Q2-Umsatz und unterzeichnet 45-Mrd.-Deal mit SpaceX
Kurzfassung
Anthropics Q2-Umsatz soll sich auf 10,9 Mrd. $ mehr als verdoppeln. Ein SpaceX-Rechenvertrag von 1,25 Mrd. $/Monat sichert die Infrastruktur für Claudes rasantes Wachstum.
Am 20. Mai tauchten zwei Zahlen auf, die zusammen ein klares Bild ergeben.
Erstens: Anthropics Q2-Umsatz 2026 wird laut Wall Street Journal auf 10,9 Milliarden Dollar prognostiziert, nach 4,8 Milliarden im ersten Quartal. Das entspricht einem Wachstum von 127 Prozent binnen drei Monaten. Gleichzeitig erwartet das Unternehmen für Q2 einen operativen Erstgewinn von 559 Millionen Dollar, den Managern noch im vergangenen Sommer für frühestens 2028 in Aussicht gestellt hatten.
Zweitens: SpaceX hat in seinem IPO-Antrag offengelegt, dass Anthropic ab Mai monatlich 1,25 Milliarden Dollar für Rechenkapazität zahlt. Laufzeit bis Mai 2029. Gesamtvolumen: rund 45 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: SpaceX erzielte 2025 einen Jahresumsatz von etwa 18 Milliarden Dollar. Dieser einzelne Rechenvertrag übersteigt fast den dreifachen Jahresumsatz des Auftragnehmers.
Wachstum jenseits historischer Vergleichsmaßstäbe
Laut Bloomberg übertrifft Anthropics aktuelle Quartalswachstumsrate die jeweiligen Höchstwerte von Zoom, Google und Facebook in ihren stärksten Wachstumsphasen. Treiber ist vor allem die Unternehmensadoption: Claude API gewinnt in den Bereichen Finanzdienstleistungen, Recht und Gesundheitswesen rapide an Boden. Die Wachstumskurve ist nahezu senkrecht.
Was 1,25 Milliarden Dollar pro Monat finanzieren
SpaceX stellt Zugang zu den Colossus-Rechenzentren bereit, die xAI in Memphis, Tennessee, betreibt. Anthropic erhält bevorzugten Zugriff auf Colossus 1 mit Nvidia GB200-GPUs, während xAI eigene Trainingsaufgaben in das neuere Colossus 2 verlagert.
Das Besondere an dieser Offenlegung: Die Zahlen wurden nicht von Anthropic kommuniziert, sondern tauchten in SpaceX’ Börsenprospekt als wesentliche Kundeninformation auf. Die Infrastrukturwetten im KI-Bereich haben inzwischen ein Volumen erreicht, das Erwähnung in Wertpapierprospekten erzwingt.
Bewertung könnte OpenAI überholen
Die laufende Finanzierungsrunde soll Anthropics Bewertung über die von OpenAI treiben. OpenAI erzielt einen annualisierten Umsatz von rund 25 Milliarden Dollar. Sollte Anthropic das Q2-Niveau halten, läge der annualisierte Wert bei knapp 44 Milliarden.
Das Management hat bereits darauf hingewiesen, dass die Q2-Profitabilität keine Dauerlösung ist. Die Rechenkosten nehmen in der zweiten Jahreshälfte deutlich zu, und Trainingsaufwände für neue Modelle sind erheblich. Das Muster erinnert an das frühe AWS: kaum taucht ein Quartalsmargenpunkt auf, wird er sofort in Infrastruktur reinvestiert.
Die monatlichen Rechenrechnungen im KI-Bereich werden inzwischen in Milliarden gemessen. Eine Obergrenze ist nicht in Sicht.
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Quellen:
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