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SoftBanks 6-Milliarden-Kredit auf OpenAI-Anteile scheitert: Banken verweigern Bewertung privater KI-Aktien

Nils Liu
SoftBank OpenAI AI Valuation Margin Loan Private Market Finance Nachrichten

Kurzfassung

SoftBanks Versuch, 6 Milliarden Dollar mit seinem 13%-Anteil an OpenAI als Sicherheit aufzunehmen, ist gescheitert. Selbst eine Papierbewertung von 852 Mrd. USD überzeugt Kreditgeber nicht — ein Strukturproblem im privaten KI-Finanzmarkt wird sichtbar.

SoftBanks 6-Milliarden-Kredit auf OpenAI-Anteile scheitert: Banken verweigern Bewertung privater KI-Aktien

Bloomberg berichtete heute, dass SoftBank Groups Versuch, mindestens 6 Milliarden Dollar durch einen Margin-Kredit auf seinen OpenAI-Anteil zu sichern, zum Stillstand gekommen ist. Dies geschah nur Wochen, nachdem der japanische Konzern sein ursprüngliches Ziel von 10 Milliarden Dollar bereits gesenkt hatte.

SoftBank teilt mit, es prüfe verschiedene Finanzierungsalternativen und könne den Margin-Kredit zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgreifen. Vorerst sind die Gespräche unterbrochen.

Das Kernproblem: Private Aktien haben keinen täglichen Kurs

OpenAIs Post-Money-Bewertung erreichte im März 2026 852 Milliarden Dollar. SoftBanks Anteil von rund 13% entspräche auf dem Papier etwa 110 Milliarden Dollar — mehr als das 18-Fache des angestrebten Kreditbetrags. Dennoch akzeptieren Banken die Sicherheit nicht.

Laut IFR sind Goldman Sachs, JPMorgan und Mizuho als Arrangeure tätig, doch der Pool teilnehmender Kreditgeber bleibt kleiner als erwartet. Ein Tokioter Banker beschrieb das strukturelle Problem direkt: Die meisten Finanzinstitute sind schlicht nicht in der Lage, nicht notierte Aktien als Margin-Kredit-Sicherheit zu akzeptieren. Japanische Inlandsbanken verfügen kaum über die nötigen internen Bewertungsrahmen. Europäische und amerikanische Kreditgeber zeigen sich vorsichtig gegenüber dem langfristigen KI-Sektorrisiko.

Die Kreditkonditionen sind dabei attraktiv: 475 Basispunkte über SOFR, zwei Jahre Laufzeit mit einer einjährigen Verlängerungsoption. Das Problem liegt nicht beim Zinssatz, sondern bei der Frage, was die Sicherheit in 18 Monaten noch wert sein wird.

Von 10 auf 6 Milliarden — und jetzt Stillstand

Anfang Mai hatte Bloomberg berichtet, dass SoftBank sein Ziel bereits von 10 auf rund 6 Milliarden Dollar gesenkt hatte. Die heutige Meldung zeigt: Auch dieses reduzierte Ziel ist derzeit unerreichbar.

SoftBanks Liquiditätsbedarf ist konkret. Neben dem OpenAI-Anteil hat der Konzern Dutzende Milliarden Dollar für das Stargate-KI-Infrastrukturprojekt zugesagt. Der Margin-Kredit sollte Liquidität aus dem OpenAI-Investment generieren, ohne Anteile zu verkaufen — das Kurspotenzial erhalten, gleichzeitig Kapital freisetzen. Ein direkter Aktienverkauf würde Vertrauensverlust signalisieren, ein weitaus teureres Signal.

Dieser Mittelweg ist fürs Erste verschlossen.

OpenAIs Börsengang und das Dilemma für SoftBank

Am 8. Juni reichte OpenAI vertraulich einen S-1-Antrag bei der SEC ein. CEO Sam Altman signalisierte jedoch, dass ein baldiger Börsengang nicht bevorsteht. Solange OpenAI nicht öffentlich gehandelt wird, fehlt Kreditgebern die Preisfindung, die für eine ordentliche Sicherheitenbewertung nötig ist.

SoftBanks Dilemma erzeugt gleichzeitig Druck auf OpenAIs Börsengang-Zeitplan. Sobald OpenAI an einer Börse gehandelt wird, gibt es tägliche Kurse, und die strukturellen Hürden für Margin-Kredite sinken erheblich. Die Abhängigkeit läuft in beide Richtungen: SoftBank braucht Liquidität, Kreditgeber brauchen einen öffentlichen Preis, und OpenAI bestimmt den Zeitplan.

Das übergeordnete Signal verdient Aufmerksamkeit. Eine Papierbewertung von 852 Milliarden Dollar ist eine beeindruckende Zahl — für ein Kreditkomitee bedeutet sie jedoch etwas anderes als für einen Wagniskapitalgeber. Die private KI-Finanzierung stößt an strukturelle Grenzen, die sich mit Investitionsbereitschaft allein nicht überwinden lassen.


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