Google ordnet die KI-Führung neu: Hassabis wird Chefwissenschaftler von Alphabet
Kurzfassung
Demis Hassabis wird Vorsitzender von Google DeepMind und Chefwissenschaftler von Alphabet; Koray Kavukcuoglu übernimmt Modelle, Forschung und Gemini-Produktteams.
Der operative Nutzen dieser Personalentscheidung lässt sich in den kommenden drei bis sechs Monaten prüfen. Veröffentlicht Google die angekündigten Modelle planmäßig und gewinnt die Gemini-App zugleich weitere aktive Nutzer, könnte die Trennung von Produktausführung und übergeordneter Wissenschaftsstrategie messbar geholfen haben. Verzögerte Veröffentlichungen, stagnierende Nutzung oder unklarere Entscheidungsrechte würden diese Erklärung schwächen. Die Mitteilung beschreibt Berichtslinien, nennt aber weder für jede Ernennung ein genaues Startdatum noch interne Leistungsziele.
Google-Chef Sundar Pichai kündigte die Neuordnung von Google DeepMind am August 5, 2026 an. Demis Hassabis gibt die tägliche operative Verantwortung ab und wird Vorsitzender von Google DeepMind sowie Chefwissenschaftler von Alphabet. Er leitet Isomorphic Labs weiter und berät zu Modellen, Forschung und globalen Fragen der allgemeinen künstlichen Intelligenz. Reuters berichtete unabhängig über den Wechsel und bestätigte, dass die operative Leitung an Koray Kavukcuoglu übergeht, derzeit Technikchef von Google DeepMind und leitender KI-Architekt von Google.
Eine Berichtslinie für Modelle, Forschung und Produkte
Kavukcuoglu wird Senior Vice President von Google DeepMind und berichtet direkt an Pichai. Zu seinem Zuständigkeitsbereich gehören die Entwicklung der Gemini-Modelle, Frontier-AI-Forschung, die Gemini-App und die Entwicklerteams. Er arbeitet seit 13 Jahren bei DeepMind. Nach Angaben von Google baute er dort das Deep-Learning-Team auf und wirkte an Arbeiten zu WaveNet und DQN mit. Forschung, Modellentwicklung und Produktnutzung liegen damit unter einem operativen Leiter. Hassabis konzentriert sich stärker auf AGI-Strategie, wissenschaftliche Fragen und die Medikamentenforschung von Isomorphic Labs.
Google begründet die Neuordnung auch mit der Größe bestehender Produkte. Die Gemini-App hat laut Unternehmen 950M+ monatlich aktive Nutzer, während Gemma-Modelle mehr als 900M+ Downloads erreicht haben. Google meldet zudem eine hohe Nachfrage nach Flash, den Produktivstart seines Cyber-Modells und erwähnte in Hassabis’ Mitarbeiternachricht erstmals die Arbeit an Gemini 4. Alle diese Zahlen stammen von Google. Reuters bestätigt die Personalentscheidungen, prüft jedoch weder die Gemini-Nutzung noch Modellqualität, Forschungskosten oder den behaupteten Zusammenhang zwischen Organisationsstruktur und Veröffentlichungstempo unabhängig.
Dean und Ghemawat gründen ein eigenes Unternehmen
Jeff Dean verlässt Google nach 27 Jahren gemeinsam mit Google Senior Fellow Sanjay Ghemawat. Beide wollen eine unabhängige gemeinnützige Kapitalgesellschaft gründen, die Entdeckungen in maschinellem Lernen, Wissenschaft und Technik beschleunigen soll. Google will sich als Gründungsinvestor und Cloud-Partner beteiligen. Außerdem planen beide Organisationen, an einem Forschungsrahmen für Systeme des maschinellen Lernens und an zugehöriger Infrastruktur zusammenzuarbeiten.
Wichtige wirtschaftliche Bedingungen bleiben offen. Google nannte weder den Namen des neuen Unternehmens noch Investitionssumme, Beteiligungsquote oder Mitarbeiterzahl. Aus der Ankündigung geht deshalb nicht hervor, wie viel technisches Wissen über die Partnerschaft in Googles Umfeld bleibt, ob weitere Beschäftigte wechseln oder ob das neue Unternehmen später mit Googles Forschungsprogrammen konkurriert. Diese Unsicherheit ist relevant, weil Dean und Ghemawat Infrastruktur für die frühe Google-Suche und spätere neuronale Netze mitentwickelt haben.
Die Neuordnung weist drei Aufgaben nun verschiedenen Verantwortlichen zu. Kavukcuoglu steuert Modelle und Produktauslieferung, Hassabis bearbeitet Wissenschafts- und AGI-Strategie auf Alphabet-Ebene, und Dean sowie Ghemawat forschen in einer getrennten Organisation. Aussagekräftige Daten wären der Veröffentlichungstermin von Gemini 4, eine Entwicklung der Gemini-App über 950M+ monatlich aktive Nutzer hinaus, das Tempo der Gemma-Downloads sowie veröffentlichte Forschungsergebnisse und Finanzierungsbedingungen des neuen Unternehmens. Bis diese Angaben vorliegen, ist die veränderte Berichtslinie belegt; eine höhere Forschungsproduktivität ist noch nicht nachgewiesen.
Quellen:
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