Zum Inhalt
← Zurück zu Einblicke

Akamai gewinnt Anthropic-Auftrag: CPU-Kapazität braucht Vorleistungen

AI Akamai Anthropic Cloud Computing AI Infrastructure Nachrichten

Kurzfassung

Anthropic verpflichtet sich zu Cloud-Diensten für 11,6 Milliarden Dollar über sieben Jahre. Akamai plant 5,5 Milliarden Dollar an Investitionen. Der CPU-Bedarf hat einen Kunden; Lieferung und Umsatz folgen später.

Akamai gewinnt Anthropic-Auftrag: CPU-Kapazität braucht Vorleistungen

Akamai hat eine siebenjährige Cloud-Abnahmeverpflichtung von Anthropic über 11,6 Milliarden US-Dollar (US$11.6 billion) bekannt gegeben. Für den CPU-Bedarf gibt es damit einen benannten Käufer. Nutzbare Kapazität entsteht aber erst, wenn der für Ende des zweiten Quartals 2027 geplante Dienst rechtzeitig startet. Verschiebt sich der Termin, verkürzt selbst ein großer Vertrag die Wartezeit der Nutzer nicht.Reuters-Bericht Bereitstellungsplan

Neu ist die öffentliche Bekanntgabe eines großen Vertrags samt Ausbauplan. Die Mitteilung erschien am 24. September um 16:01 Uhr US-Ostküstenzeit, entsprechend dem 2026-09-25 um 04:01 Uhr in Taipeh, vor dem Rechercheschluss dieses Artikels um 12:56 Uhr. Laut Pflichtmitteilung unterzeichneten die Parteien die Projektpläne bereits am 18. September. Die heutige Ankündigung darf daher nicht als heutiger Vertragsabschluss beschrieben werden. Zahlungspflichten hängen von Lieferung und Dienstverfügbarkeit ab; erhebliche Ausfälle können unter bestimmten Voraussetzungen eine Kündigung ermöglichen.Ankündigung Vertragsbedingungen

Die Beschaffung unterstützt Anthropics wachsende CPU-Arbeitslasten mit Akamais verteilter Infrastruktur und Software. Die Mitteilung erklärt weder, CPUs sollten GPUs beim Modelltraining ersetzen, noch ordnet sie einzelnen Claude-Funktionen bestimmte Kapazitäten zu. Sie belegt einen konkreten Beschaffungsfall, jedoch keine besseren Geschwindigkeiten oder Preise für Nutzer.Leistungsumfang

Angenommen, ein Agent ruft nicht nur ein Modell auf, sondern führt Programme aus, liest und schreibt Daten und wartet auf externe Werkzeuge. Seine gesamte Aufgabe benötigt dann Ressourcen über die Modellinferenz hinaus. Deshalb würde ich die Kosten der Ausführungsumgebung getrennt von den Modellgebühren betrachten. Die Mitteilung legt Anthropics Verteilung der Arbeitslasten allerdings nicht offen. Der CPU-Anteil an den Kosten einer einzelnen Aufgabe lässt sich daraus nicht berechnen.

Akamai kauft Geräte, bevor die Dienstumsätze steigen

Das Unternehmen schätzt die Investitionsausgaben für den Vertrag auf rund 5,5 Milliarden Dollar. Davon sollen etwa 1,7 Milliarden im vierten Quartal 2026 anfallen, in dem der neue Vertrag noch keinen Umsatz erzeugt. Die Präsentation sieht den Dienststart gegen Ende des zweiten Quartals 2027 und das volle vertragliche Umsatzniveau bis Ende 2028 vor. Das sind Managementschätzungen, keine bereits ausgelieferten Kapazitäten.Investitions- und Bereitstellungsplan

Die Vorleistung für Geräte ist für mich konkreter als eine allgemeine Nachfrageprognose. Akamai kann seine Kapazität anhand einer Kundenverpflichtung planen, bindet aber Kapital, bevor die wesentlichen Umsätze eintreffen. Sind Geräte bereit, während der Dienst noch nicht beginnen kann, verlängert sich der Abstand zwischen Ausgaben und Rückfluss. Der wirtschaftliche Wert des Auftrags hängt somit sowohl von der Zusage des Käufers als auch von der Lieferfähigkeit des Anbieters ab.

Der Vertrag ermöglicht außerdem Erweiterungen um bis zu 9 Milliarden Dollar und enthält Optionsrechte auf Aktien, die bis zu ungefähr 5% der derzeit ausstehenden Stammaktien entsprechen. Erweiterungen sind an Bedingungen geknüpft; auch für das Entstehen und die Ausübung der Optionsrechte gelten Voraussetzungen. Mögliche Zusatzkäufe sind keine gesicherten Umsätze, und die Aktien wurden nicht bereits vollständig an Anthropic übertragen. Zur Bewertung gehört deshalb auch die mögliche Verwässerung, nicht nur die Summe der Auftragswerte.Offizielle Bedingungen Optionsrechte

Für die KI-Branche ist aus meiner Sicht bedeutsam, dass Bedarf an allgemeiner Rechenleistung in eine mehrjährige Abnahmeverpflichtung übergeht. Benötigen mehr Agentenaufgaben dauerhaft betriebene Ausführungsumgebungen, haben Cloud-Anbieter einen Grund, CPU-Dienste auszubauen. Der Großauftrag eines einzelnen Kunden belegt jedoch nicht, dass sämtliche Agentenprodukte dieselbe Architektur verwenden. Ebenso wenig lässt sich daraus ableiten, welche Aufträge taiwanische Zulieferer erhalten.

Auch ergibt sich kein Gewinn, indem man Geräteausgaben einfach von 11,6 Milliarden Dollar abzieht: Betriebs-, Finanzierungs- und laufende Dienstleistungskosten bleiben zu berücksichtigen. Nutzer brauchen Daten auf Produktebene, um eine verbesserte Verfügbarkeit zu erkennen. Als Nächstes lässt sich überprüfen, ob der Dienst gegen Ende des zweiten Quartals 2027 beginnt und ob der Umsatz anschließend mit dem Ausbau Schritt hält. Bis zur Bereitstellung bleibt dies eine langfristige Kapazitätsverpflichtung unter Bedingungen.

Das Titelbild verwendet ein vorhandenes Archivfoto von Anthropic-Chef Dario Amodei, keine Aufnahme dieser Vertragsunterzeichnung. Der Download des Nachrichtenbildes scheiterte an der Namensauflösung.

Quellen:

Abonnieren Sie die neuesten Erkenntnisse

Abonnieren Sie den Newsletter, um meine neuesten Artikel über AI Agents in Finanzinstituten, GenAI und Architektur zu erhalten.

Kein Spam. Jederzeit kündbar.